Kochen für Deppen: Lammkotelett mit Ofengemüse

Es gibt kaum etwas Leichteres, als Ofengemüse zu kochen. Und wer will, kann mit nur ein wenig mehr Arbeit ein Lammkotelett mit Dipp dazu machen.

Gemüse, einfach grob geschnitten
Gemüse, einfach grob geschnitten

Ach, Kochen ist doch oft keine große Kunst.

Du schippelst ganz grob ein paar Paprika, geschälte Karotten, geschälte Kartoffeln, Fenchel — oder was immer gerade im Gemüsefach herumliegt — in eine Schüssel, wirfst ein bisschen Salz, Pfeffer, einen Rosmarinzweig und Olivenöl hinterher, rührst das Ganze mal kurz durch und kippst das ganze Gemüse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech.

Nach 45 Minuten nimmst du das Blech aus dem 180 Grad heißen Ofen und hast das beste Ofengemüse vor dir. Zeitlicher Knackpunkt sind meist die Kartoffeln, die brauchen am längsten. Wenn du  willst, kannst du sie vorkochen, dann muss das Gemüse nur knapp eine halbe Stunde in den Ofen.

Gemüse, frisch aus dem Ofen
Gemüse, frisch aus dem Ofen

Im Grunde hast du damit schon eine Hauptspeise — als Vegetarier kannst du dich schon an den Tisch setzen und essen, guten Appetit.

Aber wenn du das Gemüse als Beilage willst: Dazu passt wunderbar Lammkotelett, das du einfach nur scharf von jeder Seiten anbrätst und danach salzst und pfefferst. Und noch einen Dipp aus Joghurt mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft dazu. Fertig.

Lammkotelett mit Ofengemüse und Joghurtdipp
Lammkotelett mit Ofengemüse und Joghurtdipp

Das Rezept macht kaum wirkliche Arbeit, die meiste Zeit geht mit dem Warten auf das Gemüse im Ofen drauf.

Pesto aus Feldsalat

Ein Feldsalat musste weg, aber eben nicht als Salat. Also mal als Pesto – was besser klappte, als vermutet.

Wie so oft entstehen bei mir leckere Gerichte aus Not und Planlosigkeit. Am Samstag habe ich für das Wochenende Kopfsalat und Feldsalat gekauft. Leider habe ich vergessen, an diesem Tag einen der Salate auch zu essen. Darum hatte ich am Sonntag zwei Salate in der Küche, denen ich beiden nicht zutraute, noch den Montag zu erleben.

Gewaschener Feldsalat
Gewaschener Feldsalat

Da Feldsalat — in meiner Heimat auch als Schafmäuli bekannt — auch so ein zuppeliges Grünzeug wie Rucola ist, habe ich einfach den blinden Versuch durchgeführt, daraus ein Pesto zu machen. Leider sah die Zutatenauswahl in der Küche nicht toll aus — keine Pinienkerne und auch kein Knoblauch (was bei mir extrem selten vorkommt). Also improvisieren — und damit war ich an diesem Sonntag nicht der einzige. 😉

Ein kleiner Rest der Zwiebel für das Dressing des Kopfsalats musste als Knoblauchersatz herhalten und von Weihnachten übrig gebliebene Mandelblättchen sollten für ein nussiges Aroma sorgen.

Also, mal in Rezeptform (Mengen geschätzt)

  • 200 Gramm Feldsalat
  • 20 Gramm Mandelblättchen
  • Eine Viertel Zwiebel
  • Ein sehr guter Schuss Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer
Feldsalat, Mandeln, Olivenöl, Zwiebeln, Salz, Pfeffer
Feldsalat, Mandeln, Olivenöl, Zwiebeln, Salz, Pfeffer

Den ganzen Kram habe ich in einen großen Becher gegeben, den Stabmixer mal kurz wirken lassen und — tataaaaa — das Feldsalatpesto war fertig. Und was soll ich sagen — es hat noch besser geschmeckt, als ich vorher gedacht hatte.

Das fertig Feldsalatpesto
Das fertig Feldsalatpesto

Hat wunderbar zu den geratenen Schweinefiletscheiben und zum Süßkartoffelbrei gepasst.

Schweinefilet mit Süßkartoffelbrei und Feldsalatpesto
Schweinefilet mit Süßkartoffelbrei und Feldsalatpesto

Und es war sogar noch was vom Pesto übrig 🙂

Feldsalatpesto im Glas
Feldsalatpesto im Glas

Kaiserschmarrn mit Calvadosapfelscheiben

Was gibt es für einen Sonntagnachmittag zum Kaffee besseres als Kaiserschmarrn? Und der geht gar nicht mal so schwer!

Nachtisch ist ja nicht so mein Ding. Aber hin und wieder muss ich ran, um für gute Stimmung im Haus zu sorgen. Und einer der wenigen Nachtische, den ich so halbwegs hinbekomme, ist Kaiserschmarrn.

Sonst mach ich den Kaiserschmarrn nach Gefühl, gestern habe ich extra für dieses Rezept mal die Mengen mitgewogen und schreibe nun ein ausführliches Rezept, weil etliche Freunde und Bekannte danach gefragt haben.

Was habe ich an Zutaten gebraucht?

  • 120 Gramm Mehl
  • 30 Gramm (Vanille)Zucker
  • Zwei Eier
  • 70 Milliliter Milch
  • Ein Prise Salz
  • Eine handvoll getrocknete Apfelscheiben (eigentlich Rosinen)
  • Etwas Calvados (eigentlich Rum)
  • Butter zum Anbraten
  • Etwas Puderzucker
Getrocknete Apfelscheiben in Calvados
Getrocknete Apfelscheiben in Calvados

Klassischerweise mache ich den Kaiserschmarrn mit in Rum eingelegten Rosinen und Mandeln.

Rosinen fand ich gestern schon mal nicht im Vorratsregal, dafür eine halbvolle Tüte mit getrockneten Apfelscheiben. Dann muss es eben damit gehen. Die habe ich kleingeschnitten und zwanzig Minuten in Calvados eingelegt — Rum war natürlich auch keiner mehr da.

Während ich die Äpfel auf ihrem Weg von der Trockenfrucht zur betrunkenen Feuchtfrucht ignorierte, machte ich mich an den Teig.

Den Zwei-Komponenten-Teig. Abgewogen für zwei Personen.

Eigelb in der Schalenhälfte
Eigelb in der Schalenhälfte

Komponente 1: Dafür fülle ich 120 Gramm Mehl in eine Schüssel. Das war der leichte Teil. Jetzt der schwere Teil, nämlich bei zwei Eiern das Eigelb vom Eiweiß trennen.

Dazu schlage ich die Eier vorsichtig auf, das gerade die Schale aufplatzt. Dann vorsichtig in zwei Hälften aufbrechen und das Eiweiß vorsichtig in einen Rührbecher laufen lassen. Das Eigelb nur von der einen Schalenhälfte in die andere kippen und dabei das restliche Eiweiß in den Becher tropfen lassen.

Wenn man das Ganze in Ruhe macht, klappt es meist ganz gut — bei mir in 26 von 29 Fällen! Gestern war einer davon! 🙂

Die Eigelb nun einfach auf das Mehl flutschen lassen un den schönen Anblick genießen. Persönliche Kochkunstklippe gemeistert! 😀

Melhlkopf mit Eigelbaugen und -mund
Mehlkopf mit Eigelbaugen und -mund

Zu dem Mehl und den Eiern kommen noch 30 Gramm Zucker — ich nehme den Vanillezucker, den ich vor ein paar Monaten mit ausgekratzten Vanilleschoten selbst angesetzt habe. Und noch etwa 70 Milliliter — halt ein bisschen weniger als 100 Milliliter — Milch reingießen. Dazu kommt noch eine Prise Salz — ja, auch eine Süßspeise braucht etwas Salz. Und nun alles mit dem Schneebesen schon cremig schlagen. Der Teig ist dann nicht ganz flüssig, aber auch nicht ganz fest.

Weiter mit Komponente 2: Das Eiweiß im Becher mit dem Rührgerät steif schlagen. Sollte kein Ding sein. Reinhalten, einschalten und warten. Das war es schon mit Komponente 2!

Zwei-Komponenten-Teig
Zwei-Komponenten-Teig
Der untergehobene Eischnee
Der untergehobene Eischnee

Jetzt bringe ich die zwei Komponenten zusammen. Vorsichtig. Ganz vorsichtig. Denn in dem Eiweiß wurde ganz viel Luft reingerührt, darum ist es nun schaumig. Und diese Luft will ich nun im Teig erhalten. Darum den das Eiweiß also ganz vorsichtig und langsam in den Eigelb-Mehl-Zucker-Milch-Teig einrühren bzw. unterheben. Und eben nicht wie ein Bekloppter reinquirlen. Mit Gefühl! 🙂

Ebenso vorsichtig kann man nun die durchtränkten Apfelstückchen einrühren und der Teig ist fertig.

Der Kaiserschmarrn nimmt in der Pfanne Form an
Der Kaiserschmarrn nimmt in der Pfanne Form an

Auf dem Herd wird nun einen Pfanne heiß gemacht, in die ein Stück Butter kommt. Wenn die Butter geschmolzen ist, lasse ich den Teig rein laufen. Und jetzt nicht groß in der Pfanne rumrühren, sondern einfach den Teig von unten anbacken lassen.

Wenn die Unterseite etwas fest geworden ist — man kann mal versuchen, es mit dem Kochlöffel anzuheben –, zerteile und  zerreiße ich den Teig und wende ihn dabei gleichzeitig. Das aber auch nicht zu wild und hektisch. Nun die vielen Oberseiten leicht braun werden lassen, dann noch alle leicht flüssigen Stellen zart anbraten, nochmal ordentlich durchrühren und so gut wie fertig ist der Kaiserschmarrn!

Als Kür noch etwas Puderzucker auf den Kaiserschmarrn verteilen.

Kaiserschmarrn mit Puderzucker
Kaiserschmarrn mit Puderzucker

Gestern gab es zu dem Kaiserschmarrn noch Zwetschgenkompott, dass hat wunderbar dazu gepasst. Ein perfekter Sonntagnachmittags-Snack! 😀

Kaiserschmarrn mit Zwetschgenkompott
Kaiserschmarrn mit Zwetschgenkompott

Apfel-Birnen-Polenta-Dings

Nach einem Kurztrip bin ich wieder daheim — vor einem fast leerem Kühlschrank. Aber ein Apfel und eine Birne war noch im Obstkorb. Dafür kein Mehl – aber Polenta!

Geschnippelter Apfel und Birne
Geschnippelter Apfel und Birne

Nach einem Kurztrip nach Belgien bin ich wieder daheim — bei einem fast leerem Kühlschrank. Aber ein Apfel und eine Birne war noch im Obstkorb. Die habe ich schon mal klein geschnitten.

Damit wollte ich eigentlich wieder einen Crumble machen, denn Butter war noch etwas da und Mehl — ja Mehl ist ja immer im Haus.

Dachte ich.

Doch Mehl war eben keines in der Wohnung, und ob welches im Haus war, weiß ich nicht, denn die Nachbarn waren auch nicht da.

Also improvisieren.

Polenta im Topf
Polenta im Topf

Was noch da war, war Maispolenta. die ich neulich gebraucht hatte. Also habe ich schnell etwa einen halben Liter Wasser gekocht und die Polenta eingerührt — mit etwa 100 Gramm Butter, die ich in Erwartung eines Crumbles schon klein geschnitten hatte. Noch eine ordentliche Portion Zucker rein und die Masse etwas 10 Minuten quellen lassen.

Dann die Polentamasse über den geschnippelten Apfel und die Birne gegeben, etwas braunen Zucker obendrauf gestreut und ab in den Ofen, den ich auf „Grillen“ gestellt habe — in der Hoffnung, dass der Zucker karamelisiert.

Apfel- und Birnenschnitze mit Polenta bestrichen und braunen Zucker
Apfel- und Birnenschnitze mit Polenta bestrichen und braunen Zucker

Der Zucker ist nicht karamelisiert, sondern einfach nur leich braun geworden und sofort in den Teig gesickert.

Angebackenes Apfel-Birne-Polenta-Küchchen
Angebackenes Apfel-Birne-Polenta-Küchchen

Aber trotzdem kam etwas Leckeres heraus.

Apfel-Birne-Polenta-Küchchen
Apfel-Birne-Polenta-Küchchen
Es war lecker, das Apfel-Birne-Polenta-Küchchen
Es war lecker, das Apfel-Birne-Polenta-Küchchen

Urmöhre, der Gemüsedinosaurier?

„Fränkische Urmöhre“ war auf dem Schild beim Gemüsehändler zu lesen, was mich sehr verwirrte. Gegessen habe ich diese violette Wurzel aber trotzdem.

„Fränkische Urmöhre“ war auf dem Schild beim Gemüsehändler zu lesen, was mich sehr verwirrte. Die Worte „Fränkisch“ und „Möhre“ gehen bei mir gar nicht zusammen, in meinem unterfränkisch geprägtem Sprachzentrum heißen diese länglichen orangen Wurzeln „Gelbe Rüben“.

Urmöhre im Urzustand
Urmöhre im Urzustand

Und bei „Urmöhre“ hatte ich sowieso gleich die legendären Urzeitkrebse von Yps im Kopf, was nicht ganz zu meinem Aufenthalt im Gemüseladen gepasst hat.

Trotz dieser wirren Gedankenblitze war mir diese dicken dunkelvioletten Wurzeln mit ihren oranglichen Gnubbeln sympathisch. Also eingepackt, bezahlt und nach Hause mit ihnen.

Geköpfte Urmöhre: Blitzendens Orange
Geköpfte Urmöhre: Blitzendens Orange

Richtig schön wurde die Urmöhre aber erst nach dem Schälen. Unter dem schmutzigen Mantel zeigte sich ein geschmeidiger Köper in lila-oranger Leopardenunterwäsche. Vorsicht beim Liebkosen — das Luder macht die Finger rot!

Tupfenwurzel: Urmöhre geschält
Tupfenwurzel: Urmöhre geschält

Was macht man nun mit den Dingern und wie schmecken sie? Ich hatte keine Ahnung, also ran an den Topf.

Oder besser: Ran an das Messer. Die eine Urmöhre habe ich erst mal klein gemacht. Auch wenn es wie eine Textzeile aus einem schlechtem Thriller klingt: Sie sah zerstückelt immer noch hübsch aus.

Kein Häufchen Elend: Die zerstückelte Urmöhre
Kein Häufchen Elend: Die zerstückelte Urmöhre

Beim Kochen habe ich kein großes Ding, sondern eine Gemüsepfanne gemacht. Einen Fenchel und eine rote Zwieble geschnippelt,  alles zusammen in Öl leicht angebraten, Salz und Pfeffer dazu,  Deckel drauf und gut 10 Minuten mit Decke auf der Pfanne köcheln lassen.  Das Gemüse war dann noch schön knackig, wie ich es mag.

Gemüsepfanne mit Urmöhre und Fenchel
Gemüsepfanne mit Urmöhre, Fenchel und roten Zwiebeln

Die Gemüsepfanne im Allgemeinen war gut, die Urmöhre im Besonderen schmeckte nach einer Mischung aus Möhre Karotte Gelbe Rübe, Pastinake und Kartoffel. Gut!

Das Gemüsefach geleert
Das Gemüsefach geleert

Zwei Tage später kam Urmöhre Nummer Zwei mit all ihren floralen Kumpanen zum Einsatz — vor meinem Kurztrip nach Brüssel musste das Gemüsefach geleert werden.

Also gab es eine Suppe aus Gelbe Rüben, Zucchini, Kohlrabi, roter Paprika, Kartoffeln — und eben der Urmöhre.

Obwohl sie in Unterzahl war, drückte die Urmöhre der Gemüsesuppe farblich ihren Stempel auf.  Zwar reichte der Lila-Ton nicht an Sammelhamsters Blaukrautsuppe heran,  aber das Violett musste sich nicht verstecken — konnte es auch nicht.

Violette Gemüsesuppe dank Urrübe
Violette Gemüsesuppe dank Urmöhre

Feine Sache, dieses Wurzelgemüse. Und vielleicht mache ich das nächste Mal auch einen Salat daraus.

Warum die Urmöhre eigentlich Urmöhre heißt, weiß ich immer noch nicht genau. Laut Wikipedia gab es scheinbar schon immer alle möglichen Farbvarianten der Karotte, die Rotviolette stammt angeblich aus dem afghanischen Raum. Daher stellte nicht mir noch mehr die verwirrende Frage. Warum fränkische Urmöhre? Bin für Erklärungen dankbar!

Funkuchen am Sonntag

Manchmal ist es nicht schwer, ein Frau glücklich zu machen. Manchmal genügen auch schon ein paar Pfannkuchen, so wie heute. 😉 Pfannkuchen machen einfach Spaß!

Manchmal ist es nicht schwer, ein Frau glücklich zu machen. Manchmal genügen auch schon ein paar Pfannkuchen, so wie heute. 😉 Pfannkuchen machen einfach Spaß!

Pfannkuchen in der Pfanne
Pfannkuchen in der Pfanne

Heute gab es Pfannkuchen mit Nutella-, Zwetschgenmarmelade-, Frischkäse-mit-Honig oder Käse-Salami-Füllung. Dann wurde der bestrichene Pfannkuchen locker zusammengerollt und nochmal fest in Frischhaltefolie gewickelt. Und dann mindestens eine Stunde in den Kühlschrank gepackt. Dann wieder auswickeln und leicht schräg in Stücke schneiden. Lecker! 🙂

gerollte Pfannkuchen
Gerollte und gefüllte Pfannkuchen
Gerollte und gefüllte Pfannkuchen
Gerollte und gefüllte Pfannkuchen

 

Making of Mangoldsalat

Mangold mal nicht als Gemüse, sondern als Salat. Eigentlich gar nicht schwer. Nötig: Topf, Pfanne, Zwiebeln, Nüsse und Sesamöl – und 15 Minuten Zeit.

Da liegt er, der Mangold
Da liegt er, der Mangold

Heute kamen die Reste vom Grünkohlhasen auf den Tisch, zu dem es gestern — ganz vergessen zu erwähnen — einen Fenchel-Orangen-Salat gab. Und Salat esse ich schon arg gern, darum musste heute auch einer her. Was war vom Markteinkauf am Samstag noch da? Mangold! Der muss ja nicht immer als Gemüse enden.

Vor Urzeiten haben ich mal einen lauwarmen Mangoldsalat gegessen, also habe ich da der Basis meiner nebulösen Erinnerung daran mal losimprovisiert.

Mangold hat ja einigermaßen zarte Blätter und kräftige Strünke. Also hab ich sie getrennt voneinander befragt behandelt.

Trennkost: Mangoldblätter und -strunk
Trennkost: Mangoldblätter und -strünke

Die Blätter habe ich abgeknickt und kurz in heißem Salzwasser blanchiert. Wie lange genau weiß ich gar nicht mehr, aber mehr als zwei bis drei Minuten waren es nicht. Dann habe ich das Wasser abgegossen und sie im Sieb etwas auskühlen lassen.

Blanchierte Mangoldblätter
Blanchierte Mangoldblätter
Die Mangoldstrunke brutzeln mit den Zwiebelnüssen
Die Mangoldstrunke brutzeln mit den Zwiebelnüssen

Die Strünke habe ich etwas kleiner geschnitten. Die Pfanne auf den Herd, heiß werden lasse und Sesamöl rein. (Ich habe eine extrem bescheidene Öl- und auch Essigsammlung daheim, aber Sesamöl darf da nicht fehlen. Da steh ich einfach drauf!). Die Zwiebelstücke und eine kleine Handvoll aus dem Tütchen mit gemischten Kernen in die Pfanne geworfen, kurz angebräunt und die Mangoldstrünke hinterher. Pfeffer und Salz rein, Deckel drauf und so zehn Minuten — ich habe wieder nicht auf die Uhr geschaut — dünsten lassen. Wer es nicht so knackig mal — lieber fünfzehn Minuten.

Dann die noch leicht warmen Mangoldblätter und die ebenfalls warmen Mangoldstrünke mit den Zwiebeln und den Kernen in ein Schüssel geben, ein bisschen Weinessig drüber und gut ist. Lecker! 🙂

Mangoldsalat
Mangoldsalat

Portulak, oh leckeres Unkraut

Neulich sah ich beim Gemüsehändler eine Kiste ohne Namensschild mit einem mir fremden Grünzeug, das ein bisschen wie ein stark mutierter Feldsalat aussah — sehr lange, dünne Stengel und große Blätter.  Naja, eigentlich sah es nicht mal wie mutierter Feldsalat aus.

Trotzdem hab ich eine eine große Hand voll mitgenommen und beim Zahlen den Namen der schlanken Unbekannten erfahren: Portulak. Nie vorher gehört.

Was sagt Wikipedia dazu? Unter anderem das:

Portulak
Portulak

„Der Portulak galt 1993 weltweit als die achthäufigste Pflanzenart und zählte zudem zu den zehn schädlichsten ‚Unkräutern'“

Da stellen sich mir zwei Fragen: Ist der Verkauf dieser botanischen Besatzungstruppen überhaupt legal — und warum habe ich noch nie von ihnen gehört. Die Antworten auf diese Fragen lauten „Nein“ und „Keine Ahnung“.

Aber die Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau gleich bei mit um die Ecke sieht die Pflanze in ihrem PDF (Portulak Document Format) deutlich positiver. Dass er auch „Kubaspinat“ genannt wird, dass es Winter- und Sommerportulak gibt (dann hatte ich vermutlich den Winterportulak) und vor allem, dass er auch ganz bewusst zum Essen angebaut wird.

Und das völlig zu recht. Ich habe ihn einfach nur mit ganz, ganz wenig Zitronensaft, Öl, Salz, Pfeffer und Zucker angemacht und kurz ziehen lassen. Fein, fein, fein. Knackig, nussig, lecker.  Und schön schaut er in der Schüssel auch aus.

Unkraut … pffffff! 🙂

Portulak, für ein Unkraut doch recht schön und lecker.
Portulak, für ein Unkraut doch recht schön und lecker.