Austernpilze mit grünem Spargel

Ein urfränkisches Essen! Kartoffeln aus Franken, grüner Spargel aus Franken und sogar die Austernpilze stammen aus dem unterfränkischen Unterpleichfeld. Nur der Parmesankäse ist aus Italien.

Die Pilze und der Spargel sind eine leckere Kombination,  da braucht es gar nicht viel mehr dazu.

Ich habe auf dem Markt 500 Gramm grünen Spargel gekauft und 300 Gramm Austernpilze. Der Spargel war am unteren Ende ein klein wenig holzig, darum hab ich die unteren Enden auch geschält. Die Pilze habe ich relativ grob gelassen, nur die ganz Großen habe ich halbiert.

Los geht es an den Töpfen mit den Salzkartoffeln, die brauchen am längsten, so um die 20 Minuten, je nach Größe. Die Spargelstangen habe ich halbiert und im Salzwasser nur gut 5 Minuten blanchiert — ich mag ihn noch knackig. Und gleichzeitig kommen die Austernpilze mit Öl und Knoblauch in die heiße Pfanne  — aber auf jeden Fall ungewürzt! Die werden dann auch nur ein paar Minuten leicht angebraten, dann kommt der Spargel dazu und beides wird in der Pfanne nochmal durchgeschwenkt. Ganz zum Schluss Pilze und Spargel salzen und pfeffern.

Alles auf die Teller, Parmesan darüber hobeln und guten Appetit bei dem ganz einfachen Essen.

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Austernpilze mit grünem Spargel und Salzkartoffeln

Schneller Snack: Gefüllte Blätterteigstängchen

Schlimm, wenn man abends gemütlich auf der Couch sitzt, ausnahmsweise Fernsehen schaut — und es ist nichts zum Knabbern im Haus!

Aber man kann ja schnell improvisieren. Im Kühlschrank war noch Blätterteig, Salami, Zwiebeln und Knoblauch auch.

Den Blätterteig habe ich ausgerollt, den Rest einfach klein geschnitten, ein wenig gesalzen, gepfeffert und mit Oregano gewürzt und in den Blätterteig eingerollt. Den hab ich dann noch mit Olivenöl eingepinselt, und auch noch leicht mit Salz und Oregano bestreut.

Für 20 Minuten in den Ofen — und fertig sind wunderbare gefüllte Knabberstängchen! Kein kulinarisches Hexenwerk, aber ein lecker Snack! 🙂

Blätterteigstängchen mit Salami, Zwiebeln und Knoblauch gefüllt.
Blätterteigstängchen mit Salami, Zwiebeln und Knoblauch gefüllt.

Nachgekocht: Gefüllter Hokkaido-Kürbis

Gar nicht schwer zu kochen: Mit Hackfleisch und Reis gefüllter Hokkaido-Kürbis, im Ofen gebacken. Lecker!

Vor ein paar Tagen hab ich beim Durch-die-Blogs-blättern bei Steffi gesehen, dass sie gefüllten Hokkaido-Kürbis gemacht hat. Das Rezept habe ich ehrlicherweise gar nicht wirklich gelesen, aber die Idee fand ich gut.

Und was sah ich heute beim Einkaufen im Supermarkt? Natürlich, eben Hokkaido-Kürbisse. Also habe ich zwei gekauft.

Ich! Kürbis!

Nun muss man wissen, dass ich mit Kürbissen beim Kochen auf Kriegsfuß stehe. Ich esse gern Kürbis. Aber alles was ich jemand mit dem Gemüse gekocht habe, war nicht so lecker. Suppe, Gulasch, Pizza … immer schmeckte es doof.

Deckel ab- und einen Standfuß schneiden.
Deckel ab- und einen Standfuß schneiden.

Heute habe ich es wieder gewagt und es hat sich gelohnt.

Ich habe mir gedacht, ich mache den gefüllten Kürbis so ähnlich, wie ich immer gefüllte Paprika mache.

Bei den Hokkaido-Kürbissen habe ich oben ein Stück abgeschnitten. An der Unterseite habe ich auch ein kleines Stückchen abgeschnitten, aber einfach nur, damit der Kürbis auch steht und nicht wegrollt oder umfällt. Aber nicht zu viel, sonst habe ich unten ein Loch und später suppt im Backofen alles raus.

Die Füllung macht’s

Hackfleisch, Reis, Kürbis, Zwiebel, Knoblauch
Hackfleisch, Reis, Kürbis, Zwiebel, Knoblauch

Für die Füllung habe ich 125 Gramm Reis gekocht, der dann zusammen mit etwa 350 Gramm Hackfleisch in eine Schüssel.

Dann kommt noch eine geschnittene Zwiebel und Knoblauch mit dazu und — kleingeschnitten — die abgeschnittenen „Deckel“ der Kürbisse. Die Zutaten rühre ich jetzt gut durch und würze sie mit Salz und Pfeffer.

Ich habe schon ordentlich Salz und Pfeffer rein, da ich gehofft habe, dass ein Teil der Gewürze später in den Kürbis ziehen wird — was sich auch bewahrheitet hat. Gott sei Dank! 😉

Kratzen und Höhlen

Ausgehöhlte Kürbisse
Ausgehöhlte Kürbisse

Nun müssen noch die Kürbisse ausgehöhlt werden. Das habe ich mit einem Löffel gemacht und wieder gestaunt, wie viele Kerne in so einem kleinen Hokkaido-Kürbis drin sind. Ich hab sie alle mal aufgehoben, vielleicht schaffe ich es, sie in den nächsten Tagen zu rösten.

Gekratzt habe ich so lange, bis alle Kerne und Fasern entfernt waren und nur noch eine dicke Wand aus Fruchtfleisch übrig war — oder wie das bei einem Kürbis heißt.

Backe, backe, Kürbis!

Dann kam die Hackfleisch-Reis-Masse in die ausgehöhlten Kürbisse und bei 180 Grad gut 60 Minuten in den Ofen. Meine Kürbisse waren relativ klein, bei größeren Kürbissen wird man wohl mehr Zeit einplanen müssen. 10 Minuten vor Ende habe ich noch geriebenen Gauda auf die Kürbisse gegeben und weiter backen lassen.

Dann raus aus dem Ofen und rauf auf den Tisch! 🙂

Frisch aus dem Ofen: Die gefüllten Hokkaido-Kürbisse mit Käse überbacken.
Frisch aus dem Ofen: Die gefüllten Hokkaido-Kürbisse mit Käse überbacken.
Passt gut zum gefüllten Kürbis: Endivien-Salat!
Passt gut zum gefüllten Kürbis: Endivien-Salat!

Rote Linsen mit Restgemüse

Ich fahre für ein paar Tage weg, darum musste das Gemüsefach im Kühlschrank geräumt werden. Viel war eh nicht mehr drin, nur ein paar Paprika, paar Karotten, ein Stück Ingwer, ein kleiner Bund Petersilie und ein kleiner Bund Dill.

Ich fahre für ein paar Tage weg, darum musste das Gemüsefach im Kühlschrank geräumt werden. Viel war eh nicht mehr drin, nur ein paar Paprika, paar Karotten, ein Stück Ingwer, ein kleiner Bund Petersilie und ein kleiner Bund Dill. Eine Zwiebel und rote Linsen waren noch im Vorratsregal.

Die Zwiebel habe ich in der Pfanne angeschwitzt, die grob geschnittenen Paprika, Karotten und Ingwer mit dazu und die nur grob gehackte Petersilien und Dill — einschließlich der Stengel — dann auch mit rein. Dazu zwei Esslöffel Tomatenmark und ein wenig Wasser, Salz und Pfeffer. Das Gemüse habe ich dann bei kleiner Hitze schmurgeln lassen. Parallel dazu hab ich rote Linsen gekocht, sie dann abgegossen und zu dem Gemüse gegeben.

Beim Servieren kommt noch ein Klecks saurer Sahne obendrauf — Veganer können die natürlich weglassen.

Nun kann ich beruhigt und satt wegfahren …

Ich fahre für ein paar Tage weg, darum musste das Gemüsefach im Kühlschrank geräumt werden. Viel war eh nicht mehr drin, nur ein paar Paprika, paar Karotten, ein Stück Ingwer, ein kleiner Bund Petersilie und ein kleiner Bund Dill. Eine Zwiebel und rote Linsen waren noch im Vorratsregal.  Die Zwiebel habe ich in der Pfanne angeschwitzt, die grob geschnittenen Paprika, Karotten und Ingwer mit dazu und die nur grob gehackte Petersilien und Dill -- einschließlich der Stengel -- dann auch mit rein. Dazu zwei Esslöffel Tomatenmark und ein wenig Wasser, Salz und Pfeffer. Das Gemüse habe ich dann bei kleiner Hitze schmurgeln lassen. Parallel dazu hab ich rote Linsen gekocht, sie dann abgegossen und zu dem Gemüse gegeben.  Beim Servieren kommt noch ein Klecks saurer Sahne obendrauf -- Veganer können die natürlich weglassen.  Nun kann ich beruhigt und satt wegfahren ...  Paprika und Karotten mit roten Linsen - und einen Klecks sauerer Sahne Paprika, Karotten, Ingwer, rote Linsen - und einen Klecks sauerer Sahne
Paprika, Karotten, Ingwer, rote Linsen – und einen Klecks sauerer Sahne

Handkäs mit Musik

Handkäs mit Musik – diese hessische Spezialität muss auch mal in einer fränkischen Küche zubereitet werden.

Ich wohne im bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken, an dessen Nordwestseite Hessen angrenzt. Frankfurt ist deutlich näher an meinem Wohnort Würzburg als München, darum ist es auch nicht so verwunderlich, wenn ich mal in die hessische Küche abschweife.

Zu den Gerichten, die ich noch nie im Original probiert habe, aber öfter mal selbst machen, gehört der hessische Handkäs mit Musik. Ohne Rezept habe ich meine Variante mehr intuitiv zubereitet.

Dazu habe ich eine Packung Harzer Käse genommen und in eine Schüssel gelegt. Mit rein kamen eine in Ringe geschnittene Zwiebel, Salz, Pfeffer, Essig Öl und eine Menge Kümmel. Dann habe ich das Ganze einen Tag abgedeckt im Kühlschrank ziehen lassen.

Hat mir zumindest wunderbar geschmeckt. Diesmal habe ich, um mal zu schauen, ob sich die hessische Variante mit meiner deckt, im Corum-Blog nach Handkäs mit Musik gesucht — als Hessin wird sie ja mal was über die legendäre Landesspeise geschrieben haben. Hat sie auch — sogar auf hessisch — und überraschenderweise macht sie den Handkäse mit Musik fast genauso wie ich. Nur gibt sie noch Knoblauch mit in den Sud — hervorragende Idee! 🙂 — und eine Schalotte. Und der Kümmel kommt bei ihr nicht in den Sud sondern erst beim  Anrichten auf den Käse.

Handkäs mit Musik
Handkäs mit Musik und selbstgebackenem Roggenmischbrot

Lachs-Blätterteig-Taschen

Ein Lachsfilet lässt sich gerne von Blätterteig umarmen – mit ein wenig Gemüse und Salat ein sehr leckeres Essen.

An der selben Fischtheke, an der Sammelhamster gestern den Tintenfisch gekauft hat — purer Zufall –,  habe ich mir ein großes Stück Lachsfilet gegönnt. Dazu noch eine Packung Blätterteig, nicht von der Fischtheke.

Ab mit dem rohen Lachs und ein wenig Dill und Knoblauch in den Blätterteig …

Noch blass: der gefüllte Blätterteig.
Noch blass: der gefüllte Blätterteig.

Dazu gab es — unfotografiert — Fenchel- und Kohlrabigemüse mit Honig und Chili aus der Pfanne. Und einen Tomatensalat mit Zwiebeln und Kapern.

Tomatensalat mit Kapern und Zwiebeln
Tomatensalat mit Kapern und Zwiebeln

Die Lachs-Blätterteigtaschen leicht gebräunt und fast ein bisschen zu durch auf den Teller … lecker! 🙂

Blätterteig gefüllt mit Lachs, Knoblauch und Dill
Blätterteig gefüllt mit Lachs, Knoblauch und Dill

Tzatziki – ein einfaches und leckeres Rezept

Mein persönlicher König der Salate für eine Grillfeier ist Tzatziki. Diesen griechischen Gurkensalat gibt es in tausenden Rezeptvarianten, alle mehr oder weniger raffiniert. Ich bevorzuge eine sehr einfach Version, die auch relativ schnell zubereitet ist.

Mein persönlicher König der Salate für eine Grillfeier ist Tzatziki. Diesen griechischen Gurkensalat gibt es in tausenden Rezeptvarianten, alle mehr oder weniger raffiniert. Ich bevorzuge eine sehr einfach Version, die auch relativ schnell zubereitet ist.

Dazu verwende ich zwei Päckchen Magerquark, eine große Salatgurke, drei Zehen Knoblauch, Weinessig, Olivenöl, Salz und Pfeffer. Über die Menge an Knoblauch kann man streiten, aber unter drei Zehen Knoblauch kann ich den Tzatziki auch gleich bleiben lassen und einfach Gurkensalat machen.

Zutaten für einen einfachen Tzatziki.
Zutaten für einen einfachen Tzatziki.

Die Gurke wasche ich und reibe sie — mit einer Reibe 😉 — relativ grob in Streifen.

Gurke mit Schale grob reiben.
Gurke mit Schale grob reiben.

Jetzt kommt auf die geriebenen Gurken eine ordentliche Portion Salz. Das Ganze mische ich dann schön durch und lasse es eine Viertelstunde stehen. Das Salz zieht das Wasser aus der Gurke — Stichwort „Osmose“.

Ordentlich Salz auf die geriebenen Gurken.
Ordentlich Salz auf die geriebenen Gurken.

Das Wasser drücke ich dann aus den Gurken heraus, zurück bleibt ein kleiner Rest an weniger wässrigen Gurkenstreifen. Da sieht man mal, wie viel Wasser in so einer Gurke drin ist — oder war.

Die gesalzenen Gurken ausdrücken.
Die gesalzenen Gurken ausdrücken.

Dann die zwei Päckchen Quark zu dem Gurkenkonzentrat geben und durchrühren.

Quark zu den Gurken geben.
Quark zu den Gurken geben.

Jetzt zum Knoblauch. Ich liebe Knoblauch. Über viele Jahre habe ich verschiedene Methoden ausprobiert, wie man Knoblauch am Besten zum Kochen verwenden kann — und bin beim Zerreiben gelandet.

Drei Zehen Knoblauch.
Drei Zehen Knoblauch.

Die Zehen schäle ich und hacke sie mit dem Messer erst mal klein. Je kleiner, desto leichter wird das Zerreiben dann.

Gehackter Knoblauch
Gehackter Knoblauch

Nun gebe ich Salz auf die gehackten Knoblauchzehen. Das Salz dient als Schleifmittel und zerreibt den Knoblauch. Je mehr Salz, desto leichter geht das Zerreiben.

Knoblauch mit Salz und einem Messer zerreiben.
Knoblauch mit Salz und einem Messer zerreiben.

Wie cremig man den Knoblauch haben will, muss man selbst entscheiden. Ich mache meistens keine zu feine Paste, ein klein wenig bröckelig darf er noch sein.

Zerriebener Knoblauch.
Zerriebener Knoblauch.

Den Knoblauch rührt man in den Gurkenquark mit ein. Dann einen guten Schuss Weinessig und einen noch besseren Schuss Olivenöl reingeben.

Der angehende Tzatziki mit Weinessig und Olivenöl.
Der angehende Tzatziki mit Weinessig und Olivenöl.

Und fertig ist der Tzatziki. Ganz leicht! 🙂

Durchrühren, und fertig ist der Tzatztiki
Durchrühren, und fertig ist der Tzatztiki

Klar können bessere Zutaten den Tzatziki noch besser machen, aber meiner Meinung nach hängt der Geschmack vor allem an der Zubereitung der Gurke — ich drück das Wasser ordentlich aus — und des Knoblauch — ich zerreiben ihn mit Salz und Messer. Mit den Mengenverhältnissen aller Zutaten muss man einfach etwas herumspielen, bis man seinen persönliches Favoriten gefunden hat.

Kochen für Deppen: Lammkotelett mit Ofengemüse

Es gibt kaum etwas Leichteres, als Ofengemüse zu kochen. Und wer will, kann mit nur ein wenig mehr Arbeit ein Lammkotelett mit Dipp dazu machen.

Gemüse, einfach grob geschnitten
Gemüse, einfach grob geschnitten

Ach, Kochen ist doch oft keine große Kunst.

Du schippelst ganz grob ein paar Paprika, geschälte Karotten, geschälte Kartoffeln, Fenchel — oder was immer gerade im Gemüsefach herumliegt — in eine Schüssel, wirfst ein bisschen Salz, Pfeffer, einen Rosmarinzweig und Olivenöl hinterher, rührst das Ganze mal kurz durch und kippst das ganze Gemüse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech.

Nach 45 Minuten nimmst du das Blech aus dem 180 Grad heißen Ofen und hast das beste Ofengemüse vor dir. Zeitlicher Knackpunkt sind meist die Kartoffeln, die brauchen am längsten. Wenn du  willst, kannst du sie vorkochen, dann muss das Gemüse nur knapp eine halbe Stunde in den Ofen.

Gemüse, frisch aus dem Ofen
Gemüse, frisch aus dem Ofen

Im Grunde hast du damit schon eine Hauptspeise — als Vegetarier kannst du dich schon an den Tisch setzen und essen, guten Appetit.

Aber wenn du das Gemüse als Beilage willst: Dazu passt wunderbar Lammkotelett, das du einfach nur scharf von jeder Seiten anbrätst und danach salzst und pfefferst. Und noch einen Dipp aus Joghurt mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft dazu. Fertig.

Lammkotelett mit Ofengemüse und Joghurtdipp
Lammkotelett mit Ofengemüse und Joghurtdipp

Das Rezept macht kaum wirkliche Arbeit, die meiste Zeit geht mit dem Warten auf das Gemüse im Ofen drauf.

Treberbrot – ohne Bier

Treber ist ein Abfallprodukt beim Bierbrauen — aber man kann es auch prima zum Brotbacken nehmen. Und für ein Treberbrot braucht man kein Bier.

Vor drei Wochen

Kollege: Brauchst du Treber?

Ich: Hä? (fränkisches Interrogativpronom)

Kollege: Ich braue hobbymäßig ein bisschen Bier. Da bleiben die Rückstände der Malzmaische übrig, das brauche ich nicht mehr. Aber man kann es noch zum Brotbacken nehmen. Du backst doch hin und wieder Brot?

Ich: Ja. Aber ich mag kein Bier.

Kollege: Das schmeckt nicht nach Bier, das ist nur Malzbrei.

Ich: Das schmeckt also nicht nach Bier?

Kollege: Nein.

Ich: Na gut, ich nehme ein bisschen von dem … ähhh … Ding … Zeug .. ähhh …

Kollege: Treber.

Ich: Genau.

Malzpampe, auch Treber genannt
Malzpampe, auch Treber genannt

Zwei Wochen später …

Das bisschen Treber stellte sich als eine Vier-Kilo-Tüte voll des Malzbreis heraus. Also ran ans Brotbacken. Eine Rezeptrecherche im Netz half mir nur bedingt — alle Rezepte für Treberbrot waren mit Bier als Zutat — nix für mich. (Jaja, man schmeckt das Bier dann gar nicht als Bier … aber ich weiß, dass es drin ist)

Also habe ich mir einen eigenen Mittelweg aus den diversen Rezepten zusammengebastelt.

Zutaten für Treberbrot. Wasser, Trockenhefe und Kümmel sind nicht auf dem Bild.
Zutaten für Treberbrot. Wasser, Trockenhefe und Kümmel sind nicht auf dem Bild.

Man nehme Ich nahm:

  • 500 Gramm Treber
  • 1000 Gramm Vollkornmehl
  • Eineinhalb Päckchen Trockenhefe
  • 250 Milliliter Wasser
  • 150 Milliliter Weißwein
  • 150 Gramm Haselnüsse
  • Ein Hand voll Kümmel
  • Drei Teelöffel Salz
  • Viel Glück
Die Muskeln spielen lassen - den Teig mit der Hand kneten.
Die Muskeln spielen lassen – den Teig mit der Hand kneten.

Alle Zutaten in eine große Schüssel geben und darauf achten, dass dann noch Platz in der Schüssel ist — der Teig wird noch größer werden. Alles miteinander vermischen und verkneten. Ich habe das bei diesem Brot mit der Hand gemacht — was, wie ich hinterher gemerkt habe, eine Sauarbeit ist.

Das Kniffelige beim Treberbrot ist die Menge der Flüssigkeit. Im Grunde kommt es darauf an, wie trocken oder feucht der Treber ist. Da muss man einfach mit Gefühl den Teig kneten und immer mal ein wenig Wasser (und in meinem Fall Wein) nachkippen, bis man einen festen, aber nicht trockenen Brotteig hat. Die 400 Milliliter sind also die Menge nur für meinen Treber an diesem Tag — das kann bei anderen Trebern abweichen.

Ok, mangels jahrzehntelanger Brotbackerfahrung habe ich geraten, wieviel Wasser reinkommt. 😉

Dann habe ich den Teig mal zweieinhalb Stunden mit einem Geschirrtuch abgedeckt und an einem waren Ort gestellt.  Während dieser Zeit passierte das Hefewunder — das Volumen des Teigs hat sich verdoppelt! Zauberei! 😀

Treberteig nach dem Gehen
Treberteig nach dem Gehen
Treberteig vor dem Gehen
Treberteig vor dem Gehen

Den Ofen hab ich auf gut 200 Grad vorgeheizt, das Brot in eine eingefettete Kastenform und eine eingefettete Glasauflaufform gegeben, oben noch die Sollbruchstelle für den Teig mit einem Messer eingeritzt und ab mit den Broten eine Stunde lang in den Ofen.

Dann den Ofen aufgemacht und … aaaaaaaaaaaah … Brot! 🙂

Das fertig gebackene Treberbrot
Das fertig gebackene Treberbrot

Das Treberbrot hat mir ganz gut geschmeckt, leicht malzig im Abgang, aber wirklich ohne jeglichen Hauch von Biergeschmack. Glücklicherweise.

Ein Blick ins Innere des Treberbrots
Ein Blick ins Innere des Treberbrots

Die Kruste war … krustig, das Innere ganz leicht bröselig, was sich aber mit jedem Tag Lagerung  gebessert hat — warum auch immer. Und es war extrem nahrhaft! 🙂

Das größere Rätsel und Unglück war, dass beim Brot in der Auflaufform aus Glas der Boden an der Form angebacken war — so richtig angebacken, dass ich amputieren musste. Und ich bin mir sicher, dass ich die Auflaufform reichlich mit Butter eingefettet habe. Warum hat sich der Teig dermaßen angepappt?

Verluste an der Brotfront
Verluste an der Brotfront

Aber egal — ich konnte eine Woche an dem Brot essen und es hat geschmeckt.

Treberbrot mit Butter
Treberbrot mit Butter

Pesto aus Feldsalat

Ein Feldsalat musste weg, aber eben nicht als Salat. Also mal als Pesto – was besser klappte, als vermutet.

Wie so oft entstehen bei mir leckere Gerichte aus Not und Planlosigkeit. Am Samstag habe ich für das Wochenende Kopfsalat und Feldsalat gekauft. Leider habe ich vergessen, an diesem Tag einen der Salate auch zu essen. Darum hatte ich am Sonntag zwei Salate in der Küche, denen ich beiden nicht zutraute, noch den Montag zu erleben.

Gewaschener Feldsalat
Gewaschener Feldsalat

Da Feldsalat — in meiner Heimat auch als Schafmäuli bekannt — auch so ein zuppeliges Grünzeug wie Rucola ist, habe ich einfach den blinden Versuch durchgeführt, daraus ein Pesto zu machen. Leider sah die Zutatenauswahl in der Küche nicht toll aus — keine Pinienkerne und auch kein Knoblauch (was bei mir extrem selten vorkommt). Also improvisieren — und damit war ich an diesem Sonntag nicht der einzige. 😉

Ein kleiner Rest der Zwiebel für das Dressing des Kopfsalats musste als Knoblauchersatz herhalten und von Weihnachten übrig gebliebene Mandelblättchen sollten für ein nussiges Aroma sorgen.

Also, mal in Rezeptform (Mengen geschätzt)

  • 200 Gramm Feldsalat
  • 20 Gramm Mandelblättchen
  • Eine Viertel Zwiebel
  • Ein sehr guter Schuss Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer
Feldsalat, Mandeln, Olivenöl, Zwiebeln, Salz, Pfeffer
Feldsalat, Mandeln, Olivenöl, Zwiebeln, Salz, Pfeffer

Den ganzen Kram habe ich in einen großen Becher gegeben, den Stabmixer mal kurz wirken lassen und — tataaaaa — das Feldsalatpesto war fertig. Und was soll ich sagen — es hat noch besser geschmeckt, als ich vorher gedacht hatte.

Das fertig Feldsalatpesto
Das fertig Feldsalatpesto

Hat wunderbar zu den geratenen Schweinefiletscheiben und zum Süßkartoffelbrei gepasst.

Schweinefilet mit Süßkartoffelbrei und Feldsalatpesto
Schweinefilet mit Süßkartoffelbrei und Feldsalatpesto

Und es war sogar noch was vom Pesto übrig 🙂

Feldsalatpesto im Glas
Feldsalatpesto im Glas