Überbackene Tomaten mit Honig-Nuss-Chicorée

Ein schnelles Essen sind überbackene Tomaten mit Chicorée. Bis auf das bittere Gemüse hat man meist fast alle Zutaten sowieso in der Küche.

Die Idee, überbackene Tomaten zu machen, ist wie so oft aus der Not geboren. Es war ein stressiger Tag, privat wie beruflich. Aber irgendwann bin ich dann doch mal zu Hause angekommen und das ziemlich hungrig. Ein kurzer Check des Kühlschranks und der Küche zeigte schnell die beiden Hauptzutaten des noch zu kochenden Essens: Tomaten und Chicorée. Und im Grunde auch nur das, denn sonst gab es nicht mehr viel zur Auswahl. Ich muss dringend mal wieder einkaufen.

Wie oft in solchen Situationen überlege ich da nicht lange, sondern lass das Essen beim Machen entstehen.

Rot, Gelb, Grün: Tomaten, Käse, Petersilie

Die Tomatenhälften mit Käse, Schinken und Petersilie beschichtet.
Die Tomatenhälften mit Käse, Schinken und Petersilie beschichtet.

Die Tomaten habe ich einfach halbiert. Ein kleiner Schnitt für mich, ein großer Schnitt für die Sattheit. Eine Hausdurchsuchung im Kühlschrank führte zur Sicherstellung von Mozzarella- und Edamer-Resten, einem Hauch von gekochtem Schinken und etwas, was gerade noch als Petersilie durchging. Das habe ich alles klein geschnitten, ein wenig Olivenöl darüber gegeben und noch mit Salz und — vorsichtig — mit F.a.V.d.H. gewürzt. Dann kam die eigentliche Kunst, nämlich die Masse mit einem Löffel auf die Tomatenhälften zu drapieren. Und dann ab in den vorgeheizten Ofen damit, bei 180 Grad.

Bitter-honigsüßer Chicorée

Der in Öl und Honig angebratene Chicorée mit Walnüssen.
Der in Öl und Honig angebratene Chicorée mit Walnüssen.

Den Chicorée hab ich gewaschen, ebenfalls halbiert und den Strunk herausgeschnitten. Dann habe ich die Hälften des bitteren Gemüses mit der flachen Seite nach unten in der eingeölte Pfanne leicht braun angebraten. Dann kam noch eine ganze Knoblauchzehe dazu und ein Esslöffel Honig. Der blubbert dann bräunlich vor sich hin und man muss jetzt ein wenig aufpassen, dass der Honig nicht schwarz wird und anbrennt — denn das ist dann echt bitter. Über das Ganze kamen dann noch mit bloßen Händen zerkleinerte Walnüsse. Der Chicorée wird nun immer weicher und man kann ihn vorsichtig wenden und dabei die Temperatur schon mal zurücknehmen und etwas Salz drauf geben.

Fertig! Überbackene Tomaten und Honig-Nuss-Chicorée

Alles lässt man etwa eine Viertelstunde heiß werden, dann raus uns Ofen und Pfanne auf den Teller und sich schmecken lassen.

Fertig! Überbackene Tomaten mit angebratenen Chicorée.
Fertig! Überbackene Tomaten mit angebratenen Honig-Nuss-Chicorée.

Noch ein Hinweis: Den Schinken kann man guten Gewissens auch weglassen, dann hat man sogar ein vegetarisches Gericht. Aber da gab es eine Stimme in der Küche, der es nach Fleisch gelüstete. 😉

Gewürzmischung – der Fußabstreifer am Vorhof der Hölle

Nachdem ich einen Podcast namens Würzmischung mein Eigen nenne (in dem es nicht ums Kochen geht), wollte ich auch mal eine herstellen, eine Gewürzmischung.

Nicht dass ich Kochzivilist Andreas Konkurrenz im Gewürzgeschäft machen wollte (oder könnte), ich wollte einfach mal ausprobieren, was mit Gewürzen so geht — und wie. Gemerkt habe ich auf jeden Fall, dass es gar nicht so einfach ist, ein passendes Verhältnis zwischen den einzelnen Zutaten herzustellen.

Gewürzmischung Warm in den Mörser

An Komponenten für meine Gewürzmischung habe ich Sesam, getrocknete Chilli, Kardamon, Piment, Meersalz und Zucker verwendet.

Die Zutaten für die Gewürzmischung werden angeröstet oder erwärmt.
Die Zutaten für die Gewürzmischung werden angeröstet oder erwärmt.

Die Sesamkörner habe ich in der Pfanne leicht angeröstet und die restlichen Zutaten zu Schluss noch leicht mit angewärmt.

Dann habe ich alles in den Mörser gegeben und alles einigermaßen fein zerrieben — da roch es schon mal sehr lecker. 🙂

Ein genaues Rezept habe ich nicht. Ich habe nach dem ersten Mahlvorgang beim Probieren gemerkt, dass viel zu viel getrocknete Chili drin waren, es war höllenscharf. Also habe ich etwas Zucker dazu und den Anteil der anderen Zutaten erhöht, um die Schärfe etwas zu dämpfen .

Am Ende müsste das Gewürz etwa dieses Verhältnis gehabt haben

40 Prozent Sesam
20 Prozent Chili
15 Prozent Kardamon
10 Prozent Piment
10 Prozent Salz
5 Prozent Zucker

Der Geschmack? Nun, nach wie vor ist die Gewürzmischung sparsam einzusetzen, da es immer noch recht scharf ist. Nicht mehr scharf wie die Hölle, mehr so wie der Fußabstreifer am Vorhof der Hölle. Aber die Schärfe mit dem weichem Geschmack des Sesam und den Piment und Kardamonnoten, das hat schon was. Für einen ersten Versuch war das schon ganz in Ordnung.

Die fertige Gewürzmischung - der Fußabstreifer am Vorhof der Hölle
Die fertige Gewürzmischung – der Fußabstreifer am Vorhof der Hölle

 

Warmes Wetter, warme Speisen

So recht weiß ich auch nicht, was mich in den vergangenen Tagen geritten hat. Was ich gekocht habe, wäre eher für den Winter geeignet, als bei Temperaturen um die 30 Grad.

So recht weiß ich auch nicht, was mich in den vergangenen Tagen geritten hat. Das Wetter hier war richtig sommerlich, Temperaturen um die 28 Grad haben meine Dachwohnung so richtig schön aufgewärmt.

Aber anstatt mich sommerlich leicht von Salat oder ähnlichem zu ernähren, hatte ich so richtig Lust auf deftiges Essen, bei dem auch gern mal der Backofen angeworfen wird oder etwas stundenlang vor sich hin köcheln muss. Sprich: Die Küche herrschten Temperaturen, wie man sie sonst nur als Stahlwerken kennt.

Und mit solchen eher herbstlichen und winterlichem Essen habe ich ein langes Hochsommerwochenende kulinarisch verbracht.

Leberklößchensuppe, selbst gemacht.
Leberklößchensuppe, selbst gemacht.
Kurz vorm Einwickeln: Roulade mit Ingwer, Fenchel und getrockneten Tomaten.
Kurz vorm Einwickeln: Roulade mit Ingwer, Fenchel und getrockneten Tomaten.
Fertig gekocht: Die Roulade Alternativ mit Ofenkartoffeln
Fertig gekocht: Die Roulade à la „Alternativ“ mit Ofenkartoffeln
Schweinelende mit Bohnen, Speck und Pfifferlingen
Schweinelende mit Bohnen, Speck und Pfifferlingen

Radieschenblätter als leckeres Pesto

Radieschenblätter wirft man ja oft weg – dabei lässt sich aus ihnen ganz schnell und einfach ein wunderbares Pesto zubereiten.

Radieschenblätter habe ich jahrelang als Küchenabfall in den Biomüll geworden. Dabei kann man daraus wirklich etwas Gutes zu zaubern. Aber darauf musste ich erst mal gestoßen werden.

An Neujahr gab es wie in jedem Jahr Sauerkraut. Als wäre das nicht genug, wurde ich am Abend noch spontan zu Bloggerfreunden zum Raclette-Reste-Essen eingeladen. Dort lagen noch die Weihnachtsgeschenke unter dem Baum, darunter ein kleines Rezeptbuch für Pestos und Chutneys. Beim sekundenlangen Durchblättern im Daumenkino-Stil sah ich nur die Überschrift „Radieschenblätterpesto“. Und da ich ja gerne mal originelle Pestos abseits des Basilikums ausprobiere, habe ich heute gleich mal einen Bund Radieschen gekauft.

Ein leichtes Rezept

Die Blätter hab ich mit den Stilen von den Radieschen abgeschnitten und das Grün gewaschen.

Radieschenblätter und -stile.
Radieschenblätter und -stile.

In der Pfanne hab ich eine handvoll Mandelblättchen — die Plätzchenzeit ist noch nicht lang her — ohne Öl leicht braun angeröstet. Dann hab ich etwa 80 Gramm Bergkäse kleingeschnitten und das alles mit einen sehr guten Schuss Sonnenblumenöl, Salz, Pfeffer und einer winzigen Zehe Knoblauch in eine Becher gegeben.

Olivenöl wollte ich nicht nehmen — so mediterran wollte ich das Pesto nicht zubereiten. Mit Rapsöl könnte das Pesto bestimmt auch schmecken, aber ich hatte keines daheim. Aber das schlichte Sonnenblumenöl hat es auch getan.

Die Blätter mit Bergkäse, Öl, Salz und Pfeffer.
Die Blätter mit Bergkäse, Öl, Salz und Pfeffer.

Leckere Radieschenblätter als Pesto

Nach einem kurzen Einsatz des Stabmixers wurde aus den Zutaten eine schön cremige Masse — die wirklich gut schmeckte. Leicht nussig, sehr mild und kaum bitter. Morgen werde ich mal dazu was kochen — ich freu mich schon drauf. 🙂

Das fertig Radieschenblätterpesto.
Das fertige Radieschenblätterpesto.

Update: Also zu Lachs mit Pasta schmeckt das Pesto super! 🙂

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Trombini – Ein Rezept im Test

Trombini zu backen ist eigentlich nicht schwer. Aber die Pizzastangen genau so hinzubekommen, wie sie sein sollten, ist dann doch nicht so leicht.

Gestern kam bei mir aus dem Nichts Lust auf ein paar Trombini als Snack auf. Die Pizzastangen esse ich ja wirklich gern, habe sie allerdings noch nie selbst gemacht. Also habe ich es mal mit einen eigenem Rezept ausprobiert.

Im Grunde habe ich dazu einen Pizzateig gebraucht. Den mache ich mit 500 Gramm Weizenmehl, 300 Gramm Wasser, ein paar Prisen Salz, ein wenig Pfeffer, einen halben Würfel Hefe und — ganz wichtig — vier bis fünf Esslöffel Olivenöl.

Oregano gehört auch dazu, aber blöderweise war der Vorrat alle. Von den Nachbarn im Haus war niemand da, den ich fragen konnte, aber glücklicherweise durfte ich Oregano von einer Kollegin mopsen, die gleich um die Ecke wohnt — der Supermarkt wäre weiter weg gewesen. 😉

Trombini
Trombini, etwas zusammengebacken.

Den Teig hab ich durchgeknetet — mit dem Öl bekommt er eine lustige gummiartige Konsistenz — und abgedeckt eine dreiviertel Stunde gehen lassen.

Der Trombini -Teufel steckt im Detail

So weit, so Pizzateig. Aber nun musste ich einfach raten, wie dick man die Trombini formt und wie lange man sie backen muss. Danach war ich schlauer — ich habe zu dicke Würste geformt, die Trombini gingen bei 200 Grad im Ofen noch ganz schön auf und bildeten dann eine eher Fläche mit Wurststruktur. Und die Konsistenz war auch nicht ganz so, wie ich sie mir vorgestellt habe. Vielleicht muss ich das nächste Mal die den Ofen noch heißer machen, damit sie außen etwas krosser und innen etwas weicher werden.

Naja, fürs erste Mal habe sie aber trotzdem gut geschmeckt! 🙂

Trombini
Trombini aus Pizzateig

Forelle mal anders – mit Weißwein und Tomaten

Forelle muss man nicht klassisch braten, das geht auch mal anders – in einer Tomaten-Weißweinsoße und gefüllt mit Kräutern.

Gestern war in Würzburg der alljährliche Markt der Fischerzunft. Da habe ich gleich mal ein paar der glitschigen Gesellen gekauft — zwei Forellen.

Die habe ich nicht wie meist mehliert und in der Pfanne gebraten. Diesmal gab es Forelle mal anders  — mit einen leicht mediterranen Touch.

Die Forellen habe ich gewaschen und mit Knoblauch, Ingwer, Salbei und je einem Zweig Rosmarin gefüllt, leicht gesalzen und gepfeffert. Dann hab ich die herbstlichen Reste meiner Balkontomaten gehackt und alles zusammen in einen Auflaufform gelegt.

Fertig vorbereitet - die Forellen können in den Backofen.
Fertig vorbereitet – die Forellen können in den Backofen.

Die kam bei 180 Grad in den Backofen und haben erst mal vor sich hingebacken. Nach einer Viertelstunde habe ich einen richtig ordentlichen Schuss Weißwein in die Form gegossen und noch zwanzig Minuten weiter köcheln lassen.

Zum Fische gab es Nudeln. Alle Aromen in der Auflaufform haben sich wunderbar vermengt und verteilt, die frischen Forellen ein Gedicht. Ein einfaches und leckeres Fischgericht.

Forelle mal anders - gegart in Weißwein mit Tomaten, Knoblauch, Ingwer, Salbei und Rosmarin.
In Weißwein gegarte Forelle mit Tomaten, Knoblauch, Ingwer, Salbei und Rosmarin.
Die Füllung - und die Gräten.
Die Füllung – und die Gräten.

Spargel, Erdbeeren und anderes

An Fronleichnam wurde hier im Haus am Abend ein wenig geschlemmt. Nichts Aufregendes, aber lecker war alles.

Als Hauptspeise gab es ein wenig geschnetzeltes Schwein, noch knackig angebratenem grünen Spargel und rote Linsen — die wie immer aufeplatzt sind. Irgendwie bekomme ich es nie hin, dass sie ihre Linsenform behalten. Dazu gab es griechischen Joghurt mit frischem gehacktem Koriander.

Geschnetzeltes mit grünem Spargel, roten Linsen und Koriander-Dip
Geschnetzeltes mit grünem Spargel, roten Linsen und Koriander-Dip

Als Nachspeise gab es Erdbeeren — die habe ich ein paar Stunden vorher zusammen mit dem grünen Spargel gekauft und teilweise mit Rhabarber kompottiert. Die Zabaione habe ich machen lassen — und sie mit Genuss gegessen! 🙂

Frische Erdbeeren mit Zabaione
Frische Erdbeeren mit Zabaione

Röööbarber-Erdbeer-Kompott

Vielen Dank an Rööö für den Rhabarber aus Omas Garten — oder war es Tantes? Er (der Rhabarber, nicht Rööö) wurde geschält, geschnitten, gekocht, gezuckert, mit Erdbeeren angereichert, heiß abgefüllt und mit dem einzig passenden Namen etikettiert. 🙂

Ein leckeres Kompott, das sogar mit als kein großer Rhabarber-Fan schmeckt.

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Schneller Snack: Gefüllte Blätterteigstängchen

Schlimm, wenn man abends gemütlich auf der Couch sitzt, ausnahmsweise Fernsehen schaut — und es ist nichts zum Knabbern im Haus!

Aber man kann ja schnell improvisieren. Im Kühlschrank war noch Blätterteig, Salami, Zwiebeln und Knoblauch auch.

Den Blätterteig habe ich ausgerollt, den Rest einfach klein geschnitten, ein wenig gesalzen, gepfeffert und mit Oregano gewürzt und in den Blätterteig eingerollt. Den hab ich dann noch mit Olivenöl eingepinselt, und auch noch leicht mit Salz und Oregano bestreut.

Für 20 Minuten in den Ofen — und fertig sind wunderbare gefüllte Knabberstängchen! Kein kulinarisches Hexenwerk, aber ein lecker Snack! 🙂

Blätterteigstängchen mit Salami, Zwiebeln und Knoblauch gefüllt.
Blätterteigstängchen mit Salami, Zwiebeln und Knoblauch gefüllt.

Treberbrot, jetzt fast mal richtig

Nach langer Zeit habe ich mal wieder ein Treberbrot gebacken. Mein Kollege und Treber-Dealer hat wieder Bier gebraut und darum große Mengen der Malz-Pampe übrig. Ich bat ihn, mir diesmal eine kleinere Menge als beim letzten Mal zu geben. Hat toll geklappt, statt vier Kilo bekam ich acht.

Seit dem letzten Treberbrot ist viel passiert, was meine Brotbackkünste angeht — ich hatte meine Grundausbildung bei Werner. Und das merkt man dem Brot — jedem Brot, das ich backe — schon an.

Aber trotzdem war das heutige Treberbrot wieder hochexperimentell, da ich völlig unvorbereitet losgelegt und nicht bemerkt habe, dass es nur noch diverse Mehlreste im Haus gab. Darum gab es ein etwas eigenwilliges Brotrezept:

  • 700 Gramm Sauerteig
  • Einen halben Hefewürfel
  • etwa 200 Gramm Roggenmehl
  • etwa 180 Gramm Dinkelvollkornmehl
  • 50 Gramm Weizenvollkornmehl
  • 250 Gramm Weizenmehl
  • 30 Gramm Salz
  • Eine Prise Kreuzkümmel
  • 350 Milliliter Wasser
  • 200 Gramm Treber

Trotz des Rezeptchaos ist das Brot gut gelungen und schmeckt. Mal schauen, was ich mit dem restlichen 7,8 Kilo Treber mache … 😉DSC04195 DSC04209